Besteuerung von Optionen in Deutschland

Ein umfassender Leitfaden zur steuerlichen Behandlung von Optionsgewinnen in Deutschland.

Steuersaison · Stand: Oktober 2026

Die Guides für Ihre Steuererklärung

Seit dem Jahressteuergesetz 2024 gibt es keine 20.000-Euro-Grenze mehr für Verluste aus Termingeschäften, und seit 1. Januar 2026 müssen auch die Banken das im Steuerabzug umsetzen. Was das für Stillhalter, für Verluste aus 2021 bis 2025 und für Konten bei Auslandsbrokern bedeutet:

Abgeltungsteuer

Gewinne aus Optionsgeschäften unterliegen der Abgeltungsteuer von 25% (plus Solidaritätszuschlag 5,5% und ggf. Kirchensteuer). Insgesamt ca. 26,375%.

Sparerpauschbetrag

Jeder Anleger hat einen Freibetrag von 1.000 € pro Jahr (2.000 € für Verheiratete). Gewinne bis zu dieser Höhe sind steuerfrei.

Verlustverrechnung

Verluste aus Optionsgeschäften können mit Gewinnen aus Kapitalvermögen verrechnet werden. Verluste können ins Folgejahr vorgetragen werden.

Meldepflicht

Deutsche Broker führen die Steuer automatisch ab. Bei ausländischen Brokern müssen Gewinne in der Steuererklärung (Anlage KAP) angegeben werden.

Beispielrechnung

Gesamtgewinn aus Optionshandel5.000 €
Sparerpauschbetrag (abziehen)- 1.000 €
Steuerpflichtiger Gewinn4.000 €
Gesamte Steuerlast1.055 €
Nettogewinn nach Steuern3.945 €

Bei einem Gewinn von 5.000 € (nach Abzug des Freibetrags von 1.000 €): 4.000 € × 26,375% = 1.055 € Steuerlast.

Steueroptimierung

Freistellungsauftrag nutzen

Stellen Sie sicher, dass Sie Ihren Freistellungsauftrag bei Ihrem Broker eingerichtet haben. So werden Gewinne bis 1.000 € (2.000 € für Verheiratete) automatisch steuerfrei gestellt.

Verluste vortragen

Ihre Bank trägt nicht verrechnete Verluste automatisch ins Folgejahr vor. Wollen Sie sie mit Gewinnen bei einer anderen Bank verrechnen, beantragen Sie bis 15. Dezember eine Verlustbescheinigung (§ 43a Abs. 3 EStG) und machen sie in der Steuererklärung geltend.

Verlustverrechnung optimieren

Verluste aus Optionen und Futures sind seit dem Jahressteuergesetz 2024 unbegrenzt mit allen Kapitalerträgen verrechenbar. Aktienverluste bleiben auf Aktiengewinne beschränkt (§ 20 Abs. 6 Satz 4 EStG).

Mehrere Broker nutzen

Bei mehreren Brokern können Sie Ihren Freistellungsauftrag aufteilen (max. 1.000 € insgesamt). Deutsche Broker führen die Steuer automatisch ab, bei ausländischen müssen Sie selbst melden.

Wichtige Termine

15. Dezember

Antrag auf Verlustbescheinigung bei der Bank (§ 43a Abs. 3 Satz 5 EStG); 31. Dezember: letzter Handelstag, um Gewinne oder Verluste noch im Jahr zu realisieren

31. Juli

Abgabefrist für die Steuererklärung ohne Steuerberater (§ 149 Abs. 2 AO); fällt sie aufs Wochenende, gilt der nächste Werktag

Jährlich

Deutsche Banken stellen die Jahressteuerbescheinigung aus; Auslandsbroker nicht – dort ermitteln Sie die Zahlen selbst

Wichtiger Hinweis

Stand: Oktober 2026. Diese Informationen stellen keine Steuerberatung dar. Die steuerliche Behandlung kann je nach individueller Situation variieren.

Bei komplexen Situationen oder hohen Gewinnen empfehlen wir die Konsultation eines Steuerberaters mit Expertise im Wertpapierhandel.