Was du lernen wirst
- Was der Strike-Preis bei einer Option bedeutet
- Warum eine Option einen festgelegten Strike hat
- Wie Strike-Preis und Marktpreis zusammenhängen
- Was der Strike bei einem Call und einem Put verändert
- Warum „im Geld“ nicht automatisch Nettogewinn bedeutet
Wichtigste Erkenntnisse
- Der Strike-Preis ist der feste Preis im Optionsvertrag.
- Der Marktpreis ist der aktuelle, veränderliche Preis des Basiswerts.
- Ein Call gibt das Recht, zum Strike zu kaufen; ein Put gibt das Recht, zum Strike zu verkaufen.
- Ein Kurs über oder unter dem Strike wirkt sich bei Call und Put unterschiedlich aus.
- „Im Geld“ bedeutet nicht automatisch, dass nach Prämie und Kosten ein Gewinn bleibt.
Stell dir Folgendes vor

Du entdeckst im Spielzeugladen ein Kuscheltier. Es kostet heute 10 Euro. Du hast aber gerade kein Geld dabei.
Die Verkäuferin gibt dir einen besonderen Gutschein. Darauf steht: „Du darfst dieses Kuscheltier später für 10 Euro kaufen.“ Dieser Preis bleibt auf deinem Gutschein stehen.
Am nächsten Tag kostet das Kuscheltier im Laden plötzlich 12 Euro. Mit deinem Gutschein könntest du es trotzdem für 10 Euro kaufen. Das ist praktisch.
Wenn das Kuscheltier am nächsten Tag nur noch 8 Euro kostet, würdest du deinen Gutschein wahrscheinlich nicht benutzen. Du könntest es einfach für 8 Euro im Laden kaufen.
Der Gutschein gibt dir also eine Wahl. Und die 10 Euro darauf sind der feste Preis für diese Wahl.
Bei einer Option gibt es auch so einen festgelegten Preis. Er heißt:
STRIKE-PREIS
Was ist ein Strike-Preis? (Kinder-Version)
Der Strike-Preis ist der Preis, zu dem eine Option den Kauf oder Verkauf eines bestimmten Basiswerts ermöglicht.
Ein Basiswert ist das, worauf sich die Option bezieht – zum Beispiel eine Aktie. Der Strike steht von Anfang an im Optionsvertrag. Er verändert sich nicht einfach mit dem Aktienkurs.
Strike-Preis
fester Preis im Vertrag
Marktpreis
aktueller Preis am Markt
Der Strike ist also keine Vorhersage und auch kein Preis, der sich mit jeder Kursbewegung ändert. Er ist eine feste Regel der Option.
Warum hat eine Option einen Strike-Preis?
Eine Option ist ein Vertrag mit klaren Regeln. Dazu gehört, zu welchem Preis der Basiswert gekauft oder verkauft werden kann. Ohne diesen Preis wäre nicht klar, was die Option erlaubt.
Optionen auf denselben Basiswert können verschiedene Strike-Preise haben. Eine Aktie kann zum Beispiel bei 50 Euro stehen, während es Optionen mit Strikes von 45, 50 oder 55 Euro gibt.
Jeder Strike gehört zu einem eigenen Optionsvertrag mit eigenen Bedingungen. Der Strike deiner Option wird nach dem Abschluss nicht automatisch angepasst, nur weil sich der Aktienkurs bewegt.
Stattdessen verändert sich der Abstand zwischen dem festen Strike und dem aktuellen Marktpreis. Genau diesen Abstand vergleichen wir im nächsten Abschnitt.
Wie hängt der Strike-Preis mit dem Marktpreis zusammen?
Vergleiche den Strike mit dem aktuellen Marktpreis. So siehst du, ob die Kauf- oder Verkaufsregel der Option gerade einen rechnerischen Vorteil hätte.
Marktpreis über Strike
Liegt der Marktpreis über dem Strike, steht der Marktpreis höher als der festgelegte Vertragspreis.
Marktpreis unter Strike
Liegt der Marktpreis unter dem Strike, steht der Marktpreis niedriger als der festgelegte Vertragspreis.
Marktpreis gleich Strike
Sind beide Preise gleich, liegt der Marktpreis genau am Strike.
Was dieser Abstand bedeutet, hängt davon ab, ob du einen Call oder Put betrachtest. Am Ende der Laufzeit hat ein Call bei einem Marktpreis über dem Strike vereinfacht einen rechnerischen Ausübungswert. Bei einem Put gilt das umgekehrt, wenn der Marktpreis unter dem Strike liegt. Bei einer noch laufenden Option beeinflussen weitere Faktoren ihren Preis.

Warum ist der Strike bei Call und Put wichtig?
Call und Put geben unterschiedliche Rechte. Darum bedeutet derselbe Strike bei ihnen nicht dasselbe.
Beim Call: zum Strike kaufen dürfen
Ein gekaufter Call gibt dir das Recht, den Basiswert zum Strike-Preis zu kaufen. Liegt der Marktpreis über dem Strike, kann der Kauf zum niedrigeren Strike vorteilhaft sein.
Bei einem Strike von 10 Euro und einem Marktpreis von 12 Euro erlaubt der Call den Kauf für 10 Euro, obwohl der Basiswert am Markt 12 Euro kostet.
Beim Put: zum Strike verkaufen dürfen
Ein gekaufter Put gibt dir das Recht, den Basiswert zum Strike-Preis zu verkaufen. Liegt der Marktpreis unter dem Strike, kann der Verkauf zum höheren Strike vorteilhaft sein.
Bei einem Strike von 10 Euro und einem Marktpreis von 8 Euro erlaubt der Put den Verkauf für 10 Euro, obwohl der Basiswert am Markt 8 Euro kostet.

Du musst ein gekauftes Optionsrecht nicht automatisch nutzen. Ob und wie eine Option ausgeübt oder abgerechnet wird, hängt auch von den Vertragsbedingungen ab.
Wenn du den Unterschied zwischen den beiden Optionsarten noch einmal in Ruhe ansehen möchtest, lies auch unseren Artikel zu Call und Put.
Ein einfaches Beispiel mit demselben Strike
Eine erfundene Aktie steht am Ende der Optionslaufzeit einmal bei 12 Euro und einmal bei 8 Euro. Wir vergleichen beide Fälle mit einem Strike von 10 Euro.
Fall A: Der Marktpreis liegt bei 12 Euro
Der Call mit Strike 10 Euro erlaubt den Kauf für 10 Euro, obwohl die Aktie am Markt 12 Euro kostet.
Der Put mit Strike 10 Euro erlaubt den Verkauf für 10 Euro. In diesem vereinfachten Vergleich wäre das nicht vorteilhafter als der Verkauf zum Marktpreis von 12 Euro.
Fall B: Der Marktpreis liegt bei 8 Euro
Der Call mit Strike 10 Euro erlaubt den Kauf für 10 Euro. In diesem vereinfachten Vergleich wäre das nicht vorteilhafter als der Kauf zum Marktpreis von 8 Euro.
Der Put mit Strike 10 Euro erlaubt den Verkauf für 10 Euro, obwohl die Aktie am Markt 8 Euro kostet.
Der Strike bleibt in beiden Fällen 10 Euro. Nur der Marktpreis hat sich verändert. Genau dieser Vergleich erklärt, warum Call und Put unterschiedlich auf den Abstand reagieren.
Die Zahlen dienen nur dazu, den Strike zu erklären. Sie berücksichtigen weder die für die Option gezahlte Prämie noch mögliche weitere Kosten. Ein rechnerischer Ausübungswert ist daher nicht automatisch Nettogewinn.
Häufige Missverständnisse über den Strike
„Der Strike ist der aktuelle Aktienkurs.“
Nein. Der Strike steht im Vertrag. Der Marktpreis zeigt, was der Basiswert gerade am Markt kostet. Beide Preise können zufällig gleich sein, müssen es aber nicht.
„Der Strike ist der Preis der Option.“
Nein. Der Preis, den du für eine Option zahlst, heißt Prämie. Der Strike ist der festgelegte Kauf- oder Verkaufspreis für den Basiswert.
„Ein Strike über dem Marktpreis ist immer gut.“
Das hängt davon ab, ob du einen Call oder Put betrachtest. Ein höherer Strike hat bei beiden nicht automatisch dieselbe Wirkung.
„Wenn eine Option im Geld ist, habe ich Gewinn.“
Nicht unbedingt. „Im Geld“ beschreibt den Vergleich zwischen Strike und Marktpreis. Für einen tatsächlichen Gewinn müssen auch die Prämie und mögliche Kosten berücksichtigt werden.
„Der Strike ist ein Kursziel.“
Nein. Er sagt nicht voraus, wohin sich der Markt bewegt. Er ist eine Bedingung des Optionsvertrags.

Die wichtigste Regel (auch für Erwachsene)
Lies den Strike immer zusammen mit der Optionsart:
Call: Recht, zum Strike zu kaufen
Put: Recht, zum Strike zu verkaufen
Danach vergleichst du Strike und Marktpreis. Der Strike allein sagt weder voraus, wohin sich der Markt bewegt, noch ob ein Trade profitabel ist.
Glossar
- Strike-Preis
- Der im Optionsvertrag festgelegte Preis, zu dem der Basiswert gekauft oder verkauft werden kann.
- Basiswert
- Der Vermögenswert, auf den sich die Option bezieht, zum Beispiel eine Aktie.
- Marktpreis
- Der aktuelle Preis, zu dem der Basiswert am Markt gehandelt wird.
- Prämie
- Der Preis, den ein Käufer für die Option bezahlt.
- Laufzeit
- Der Zeitraum, in dem die Option gilt. Die konkreten End- und Ausübungsregeln stehen im Vertrag.
- Im Geld
- Eine vereinfachte Beschreibung dafür, dass der Vergleich von Marktpreis und Strike bei einem Call oder Put einen rechnerischen Ausübungswert ergibt. Das allein sagt noch nichts über den Nettogewinn aus.
Ein-Satz-Zusammenfassung
Der Strike-Preis ist der feste Preis im Optionsvertrag, zu dem ein Call den Kauf und ein Put den Verkauf des Basiswerts ermöglicht.
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