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Call und Put erklärt, als wärst du 5 Jahre alt

Zwei einfache Rechte. Mit Eis und Spielzeug erklärt.

Call und Put sind zwei Arten von Optionen. Ein Call gibt dir das Recht, später zu einem vorher festgelegten Preis zu kaufen. Ein Put gibt dir das Recht, später zu einem vorher festgelegten Preis zu verkaufen. Mit Eis, einem Spielzeug und einfachen Zahlen schauen wir uns an, warum ein Call oft zu steigenden und ein Put oft zu fallenden Preisen passt – und warum die Kursrichtung allein noch keinen Gewinn verspricht.

Unser Versprechen

Der wichtigste Unterschied ist einfach: Ein Call ist ein Kaufrecht. Ein Put ist ein Verkaufsrecht.

Das grüne C-Maskottchen zeigt ein Ticket mit Haus und einen Plan mit grünem Aufwärtspfeil; das orange P-Maskottchen hält ein rotes Schutzschild und ein Ticket.
Das grüne C-Maskottchen zeigt ein Haus-Ticket und einen Plan mit Aufwärtspfeil für das Kaufrecht eines Calls. Das orange P-Maskottchen hält ein Ticket und ein Schutzschild für das Verkaufsrecht eines Puts.

Was du lernen wirst

  • Was ein Call und ein Put in einfachen Worten bedeuten.
  • Warum der Call ein Kaufrecht und der Put ein Verkaufsrecht gibt.
  • Wie Strike-Preis, Prämie und Verfallsdatum in einem einfachen Beispiel zusammenspielen.
  • Welche Missverständnisse Anfänger bei Optionen häufig haben.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Ein gekaufter Call gibt dir das Recht, den Basiswert zu einem festgelegten Preis zu kaufen.
  • Ein gekaufter Put gibt dir das Recht, den Basiswert zu einem festgelegten Preis zu verkaufen.
  • Darum wird ein Call oft mit steigenden und ein Put oft mit fallenden Preisen verbunden.
  • Rechtzeitig, ausreichend und nach Abzug der gezahlten Prämie: Erst dann kann die Bewegung für den Käufer einen Gewinn bedeuten.

Stell dir Folgendes vor

Du gehst heute an einem Eisstand vorbei. Dein Lieblingseis kostet gerade zwei Euro. Du denkst: „Morgen ist es vielleicht teurer.“ Der Verkäufer sagt: „Wenn du möchtest, darfst du morgen noch für zwei Euro kaufen. Für dieses Versprechen gibst du mir heute zehn Cent.“

Du musst morgen nichts kaufen. Wenn das Eis dann drei Euro kostet, kannst du trotzdem für zwei Euro kaufen. Wenn es nur noch einen Euro kostet, kaufst du es einfach direkt für einen Euro. Die zehn Cent für das Versprechen bekommst du in diesem einfachen Beispiel nicht zurück.

Das Versprechen gibt dir also ein Recht zu kaufen. In der Optionswelt heißt ein solches Kaufrecht Call.

Das grüne C-Maskottchen hält eine Eiswaffel mit drei Kugeln und daneben eine goldene Münze sowie ein kleines Ticket.
Das grüne C-Maskottchen zeigt Eis, Münze und Ticket: Sie stehen für das Recht, später zum vorher vereinbarten Preis zu kaufen.

Jetzt stell dir vor, du hast ein Spielzeug, das gerade fünf Euro wert ist. Jemand verspricht dir: „Morgen darfst du es mir für fünf Euro verkaufen.“ Du musst es nicht verkaufen. Aber wenn das Spielzeug morgen am Markt nur noch drei Euro wert ist, kannst du deinen festen Verkaufspreis nutzen.

Das Versprechen gibt dir ein Recht zu verkaufen. In der Optionswelt heißt dieses Verkaufsrecht Put.

Diese beiden Versprechen heißen beim Trading Optionen. Ein Call und ein Put sind zwei verschiedene Arten davon. Eine Option ist dabei ein Vertrag mit bestimmten Regeln, zum Beispiel einem vereinbarten Preis und einem letzten Gültigkeitstag.

Was ist ein Call?

Ein Call gibt dem Käufer das Recht, einen bestimmten Wert später zu einem vorher festgelegten Preis zu kaufen. Dieser Wert kann zum Beispiel eine Aktie sein. Der vereinbarte Preis heißt Strike-Preis. Das Wort klingt technisch, meint aber einfach den Preis, der im Vertrag steht.

Wenn du einen Call kaufst, rechnest du oft damit, dass der Preis des Basiswerts steigt. Der Basiswert ist das, worauf sich die Option bezieht. Steigt der Marktpreis über deinen Strike-Preis, kann dein Recht zu kaufen nützlich werden: Du darfst zum vereinbarten Preis kaufen, auch wenn der Marktpreis inzwischen höher ist.

Der Call zwingt dich aber nicht zum Kauf. Du darfst dein Recht nutzen, musst es aber nicht. Für dieses Recht bezahlst du beim Kauf einer Option einen Preis. Dieser Preis heißt Prämie. Die Prämie ist wie die zehn Cent für das Eis-Versprechen: Du bezahlst sie, auch wenn du das Recht später nicht nutzt.

Beim Call sichert sich der Käufer das Recht, später zum vereinbarten Preis zu kaufen.

Was ist ein Put?

Ein Put gibt dem Käufer das Recht, einen bestimmten Wert später zu einem vorher festgelegten Preis zu verkaufen. Wenn du einen Put kaufst, rechnest du oft mit einem fallenden Preis. Denn dein Put sichert dir einen festen Verkaufspreis zu. Fällt der Marktpreis darunter, kann dieses Recht nützlich sein.

Auch ein Put zwingt dich nicht zum Verkauf. Wenn der Marktpreis höher ist als dein festgelegter Verkaufspreis, kannst du den Put ungenutzt lassen und am Markt zu einem höheren Preis verkaufen.

Für einen gekauften Put zahlst du ebenfalls eine Prämie. Wenn der Put am Ende keinen Nutzen für dich hat, bekommst du diese Prämie normalerweise nicht zurück. Ein Put kann außerdem zur Absicherung dienen: Wer eine Aktie besitzt, kann damit einen Teil eines möglichen Kursrückgangs abfedern. Diese Absicherung hat einen Preis – die Prämie – und schützt nicht automatisch vor jedem Verlust.

Das orange P-Maskottchen hält einen Teddybären im Arm und zeigt auf ein blaues Schutzschild mit rotem Häkchen.
Das orange P-Maskottchen zeigt Teddybär und Schutzschild: Der Put steht für das Recht, das Spielzeug später zum vereinbarten Preis zu verkaufen.

Beim Put kann ein vereinbarter Verkaufspreis bei fallendem Marktpreis schützen.

Call und Put: Was ist der Unterschied?

Der wichtigste Unterschied steckt in dem, was du mit dem Recht tun darfst:

  • Call: Du darfst später zum vereinbarten Preis kaufen.
  • Put: Du darfst später zum vereinbarten Preis verkaufen.

Daraus ergibt sich die typische Richtungserwartung. Bei einem gekauften Call hoffst du oft, dass der Preis steigt. Wird der Basiswert am Markt teurer als dein vereinbarter Kaufpreis, kann das Kaufrecht wertvoll werden. Bei einem gekauften Put hoffst du oft, dass der Preis fällt – oder du möchtest etwas schützen, das du bereits besitzt. Wird der Basiswert am Markt günstiger als dein vereinbarter Verkaufspreis, kann das Verkaufsrecht wertvoll werden.

Der Call und der Put ändern den Marktpreis nicht. Sie regeln, was du laut Vertrag zu welchem Preis tun darfst. Der Call hilft beim Kaufen zu einem festen Preis; der Put hilft beim Verkaufen zu einem festen Preis. Deshalb passt der Call oft zu einer steigenden und der Put oft zu einer fallenden Kurserwartung.

Das grüne C-Maskottchen zeigt ein Ticket mit „Kaufen“ und das orange P-Maskottchen ein Ticket mit „Verkaufen“; dazwischen stehen ein Paket, ein Schutzschild und ein grüner sowie roter Pfeil.
Die Tickets nennen die Rechte direkt: Das grüne C zeigt „Kaufen“ für den Call, das orange P „Verkaufen“ für den Put; Paket und Schutzschild ergänzen die Beispiele.

Call ist das Recht zu kaufen; Put ist das Recht zu verkaufen.

Wenn du beide Rechte noch genauer vergleichen möchtest, lies auch unseren Vergleich von Put- und Call-Optionen.

Wie sieht ein Call-Beispiel aus?

Stell dir eine Aktie vor, die gerade 50 Euro kostet. Du kaufst einen Call mit einem Strike-Preis von 50 Euro. Für den Call bezahlst du eine Prämie von 2 Euro. Wir schauen auf den Tag, an dem die Option ausläuft. Zur Vereinfachung behandeln wir die Option so, als bezöge sie sich auf genau eine Aktie. Echte Kontrakte können eine andere Größe haben.

Der Aktienpreis steigt

Am Ende kostet die Aktie 60 Euro. Mit deinem Call darfst du sie weiterhin für 50 Euro kaufen. Das Kaufrecht hat damit einen Wert von 10 Euro pro Aktie: Am Markt kostet sie 60 Euro, dein vereinbarter Preis beträgt 50 Euro.

Du hast für den Call aber 2 Euro bezahlt. In diesem stark vereinfachten Beispiel bleiben nach Abzug der Prämie 8 Euro pro Aktie vor Gebühren übrig. Das Beispiel lässt weitere Einflüsse und mögliche Vertragsdetails bewusst außen vor.

Der Aktienpreis steigt nicht ausreichend

Kostet die Aktie am Ende zum Beispiel 48 Euro, wäre es günstiger, sie direkt am Markt für 48 Euro zu kaufen, als den Call zu nutzen und 50 Euro zu zahlen. Du lässt den Call ungenutzt. Die 2 Euro Prämie bekommst du nicht zurück.

Das Beispiel zeigt: Es genügt nicht immer, dass ein Preis überhaupt steigt. Wichtig ist, wie hoch der Strike-Preis ist, wie viel du für die Option bezahlt hast und wann sie ausläuft.

Wie sieht ein Put-Beispiel aus?

Nehmen wir wieder eine Aktie, die 50 Euro kostet. Diesmal kaufst du einen Put mit einem Strike-Preis von 50 Euro. Dafür zahlst du eine Prämie von 2 Euro. Auch hier betrachten wir der Einfachheit halber einen Vertrag über eine Aktie.

Der Aktienpreis fällt

Am Ende kostet die Aktie 40 Euro. Mit deinem Put darfst du sie trotzdem für 50 Euro verkaufen. Das Recht hat damit einen Wert von 10 Euro pro Aktie: Du kannst zu 50 Euro verkaufen, obwohl der Marktpreis nur 40 Euro beträgt.

Nach Abzug der 2 Euro Prämie bleiben in diesem vereinfachten Beispiel 8 Euro pro Aktie vor Gebühren. Die konkrete Kontraktgröße und die Vertragsbedingungen können das tatsächliche Ergebnis beeinflussen.

Der Aktienpreis steigt nicht ausreichend

Kostet die Aktie am Ende zum Beispiel 52 Euro, wäre es besser, sie am Markt für 52 Euro zu verkaufen, statt den Put zu nutzen und nur 50 Euro zu bekommen. Du lässt den Put ungenutzt. Die 2 Euro Prämie sind beim Käufer verloren.

Ein Put kann also zu einer fallenden Kurserwartung passen. Er kann auch eine Aktie absichern, die du bereits besitzt. In beiden Fällen kostet das Recht eine Prämie.

Das grüne C- und das orange P-Maskottchen betrachten eine Taschenuhr und einen Kalender neben Holzstufen, Münze und Zertifikat.
Beide Maskottchen betrachten Uhr und Kalender neben Münze, Zertifikat und ansteigenden Holzstufen: Die Szene erklärt, dass Zeit, gezahlte Prämie und Kursbewegung beim Wert einer Option zusammenspielen.

Kursrichtung, verbleibende Zeit und bezahlte Prämie beeinflussen gemeinsam, ob eine Option nützlich wird.

Warum passt ein Call zu steigenden und ein Put zu fallenden Preisen?

Ein Call gibt dir das Recht, zu einem festgelegten Preis zu kaufen. Steigt der Marktpreis, kann dein vereinbarter Kaufpreis im Vergleich günstig werden. Darum wird der Kauf eines Calls oft mit der Erwartung steigender Preise verbunden.

Ein Put gibt dir das Recht, zu einem festgelegten Preis zu verkaufen. Fällt der Marktpreis, kann dein vereinbarter Verkaufspreis im Vergleich hoch bleiben. Darum wird der Kauf eines Puts oft mit der Erwartung fallender Preise oder mit dem Wunsch nach Absicherung verbunden.

Das Wort oft ist wichtig: Ein Call bedeutet nicht automatisch Gewinn, sobald der Kurs steigt. Und ein Put bedeutet nicht automatisch Gewinn, sobald der Kurs fällt. Die Bewegung muss zur konkreten Option passen. Auch die Prämie, die verbleibende Zeit und weitere Einflüsse auf den Optionspreis spielen eine Rolle.

So kannst du dir den Unterschied merken

Denk noch einmal an den Eisstand und das Spielzeug:

Call

Ein Call gibt dir die Wahl, später zu einem vereinbarten Preis zu kaufen.

Put

Ein Put gibt dir die Wahl, später zu einem vereinbarten Preis zu verkaufen.

Wenn du dir zusätzlich die typische Richtung merken möchtest: Call passt oft zur Erwartung steigender Preise. Put passt oft zur Erwartung fallender Preise oder zur Absicherung eines vorhandenen Werts. Die kurze Merkhilfe lautet: Call = Kaufrecht. Put = Verkaufsrecht.

Was Anfänger leicht verwechseln

„Ein Call ist eine Aktie.“

Nein. Ein Call ist ein Vertrag über ein Recht. Er ist nicht dasselbe wie der Besitz der Aktie. Je nach Option und Vertragsbedingungen kann die Ausübung zu einem Kauf führen; der Call selbst ist aber zunächst das Recht dazu.

„Ein Put ist immer nur eine Wette auf fallende Kurse.“

Nicht unbedingt. Ein Put kann auch eine Aktie absichern, die jemand bereits besitzt. Das Ziel kann sein, einen Teil eines möglichen Rückgangs abzufedern. Die Absicherung kostet die Prämie und beseitigt nicht jedes Risiko.

„Wenn der Kurs in meine Richtung läuft, mache ich sicher Gewinn.“

Nicht automatisch. Der Kurs muss sich ausreichend und rechtzeitig bewegen. Außerdem zählt, wie viel du für die Option bezahlt hast. Der Preis einer Option kann sich auch durch die verbleibende Zeit und weitere Faktoren verändern.

„Call und Put verpflichten mich zum Kaufen oder Verkaufen.“

Wenn du eine Option kaufst, kaufst du ein Recht und keine Pflicht. Wer eine Option verkauft, übernimmt dagegen Verpflichtungen aus dem Vertrag. Dieser Artikel erklärt vor allem die Sicht des Käufers; beim Verkauf gelten andere Risiken.

„Die Prämie bekomme ich zurück, wenn ich das Recht nicht nutze.“

Nein. Die Prämie ist der Preis, den du für das Recht bezahlt hast. Wenn du es nicht nutzt, wird sie normalerweise nicht zurückerstattet.

Die wichtigste Regel

Bevor du bei einem Call oder Put auf die Kursrichtung schaust, stell dir zuerst diese Frage:

Beim Call lautet die Antwort: Du darfst zum vereinbarten Preis kaufen. Beim Put lautet sie: Du darfst zum vereinbarten Preis verkaufen.

Danach kommen weitere Fragen: Wie hoch ist die Prämie? Wann läuft die Option aus? Und wie müsste sich der Kurs bewegen, damit das Recht nützlich wird? Für den Einstieg reicht es, die Grundidee zu verstehen. Optionen können komplexer werden, wenn man sie verkauft, kombiniert oder auf unterschiedliche Basiswerte nutzt. Die Beispiele hier zeigen deshalb bewusst nur einen gekauften Call und einen gekauften Put.

Glossar

Option
Ein Vertrag, der dem Käufer ein bestimmtes Recht gibt. Beim Kauf besteht grundsätzlich keine Pflicht, dieses Recht zu nutzen.
Call
Eine Option, die dem Käufer das Recht gibt, den Basiswert zum Strike-Preis zu kaufen.
Put
Eine Option, die dem Käufer das Recht gibt, den Basiswert zum Strike-Preis zu verkaufen.
Basiswert
Der Wert, auf den sich die Option bezieht, zum Beispiel eine Aktie.
Strike-Preis
Der im Optionsvertrag festgelegte Kauf- oder Verkaufspreis.
Prämie
Der Preis, den ein Käufer für eine Option bezahlt.
Verfallsdatum
Der letzte Tag, an dem eine Option gilt. Die genauen Bedingungen hängen vom Vertrag ab.

Ein-Satz-Zusammenfassung

Ein Call gibt dir das Recht, später zu einem festen Preis zu kaufen; ein Put gibt dir das Recht, später zu einem festen Preis zu verkaufen.

Call und Put Schritt für Schritt lernen

Jetzt kennst du den wichtigsten Unterschied: Ein Call ist ein Kaufrecht, ein Put ein Verkaufsrecht. In der BeInOptions Academy kannst du die Grundlagen einer Option und ihre wichtigsten Bestandteile in deinem eigenen Tempo wiederholen.

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Häufige Fragen zu Call und Put

Hinweis

Die Beispiele auf dieser Seite sind vereinfacht und dienen nur der Erklärung. Sie sind keine Anlageberatung und keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf eines Finanzinstruments. Vertragsbedingungen, Kontraktgrößen und Gebühren können das tatsächliche Ergebnis beeinflussen.